Abadi

Nick

Abadi

Erzählung

 

                  

1.

 

 

 

Ich war schon auf dem Weg nach Hause, als ich mich entschied doch noch mal ins Café zu gehen, um einen Tee zu trinken. Wie ich dazu kam regelmäßig ins linke Szenecafé zu gehen ist eine lange Geschichte. Ich war schon seit 2 Jahren in Deutschland und wie mein Name Abadi schon sagt, war ich ein Flüchtling. Ich kam allein nach Deutschland und wurde zu Beginn oft von einer Studentin besucht, die mit mir alle Behördengänge erledigte und mich ins Café Mondschein einlud. Hier lernte ich viele Freunde kennen. Ich ließ mir sogar die Haare lang wachsen und ein Lippenpiercing stechen und hatte eine deutsche Freundin, die Johanna hieß.

 

An diesem Abend, als es geschah, regnete es sehr stark. Völlig durchgefroren ging ich also ins Café Mondschein und wärmte mich an der Heizung. Es war schön aus dem Fenster zu schauen und zu beobachten, wie sich der Regen langsam mit Schnee vermischte.

 

Ich hatte seit einigen Wochen eine rätselhafte Leidenschaft für Kamillentee entwickelt. Und hier im Mondscheincafé gab es einen besonders leckeren. Ich freute mich jedes Mal wie ein Schneekönig.

 

Als man ihn mir brachte, nippte ich sofort daran und es war köstlich. Draußen war es schon dunkel und langsam war der Regen ganz in Schnee übergegangen.

 

Ich saß mit dem Rücken zur Tür, und als die Terroristen ins Café kamen, achtete ich nicht weiter darauf. Ich hörte, wie die Tür zufiel und es hinter mir raschelte. Ich blickte mich um und sah, wie zwei Männer in ihre Rucksäcke griffen.

 

Ich dachte mir nichts dabei, trank weiter meinen Tee und schaute in die Nacht.

 

„Sieg Heil!“ schrien auf einmal die Männer und eröffneten sofort das Feuer. Erst schossen sie auf die Leute an der Theke. Es ging alles so schnell, dass ich noch nicht mal Schreie hörte.

 

Mein Herz hämmerte wie verrückt und die Schüsse wollten und wollten nicht aufhören. Ich sah wie alle umfielen, da versteckte ich mich unter dem Tisch. Immer noch mit dem Rücken zu ihnen. Ich hörte noch zwei Schüsse und dann war alles auf einmal ganz still und ich merkte, wie mein Kopf von hinten brannte wie Feuer.

 

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