Illusionen

Ich fühle mich fremd.

Fremd unter den Sternen.

Fremd sind mir eure Ziele.

Fremd eure Erwartungen.

Fremd sind die Schatten, die mich überkommen.

Fremd eure Ängste. Fremd ist mir euer Gold.

Ich fühle mich fremd in euren Städten.

Fremd sind mir eure Worte.

Fremd eure Tröstungen, die aus dem System kommen. Fremd eure Banken. Fremd alle Mode.

Fremd eure Schaufenster. Fremd alle Blicke.

Ich fühle mich fremd, wenn ihr zu mir sprecht.

Ich komme mir fremd vor, wenn ich zu euch spreche.

Eure Küsse kommen mir unecht vor.

Eure Umarmungen haben etwas Künstliches.

Eure Träume so fremd.

Euer Leben so hektisch in leeren Bahnen.

Fremd wie Geisterstimmen eure Grüße.

Fremd wie Scherbengeklirre euer Lachen.

Fremd, wenn ich nichts mehr habe, woran ich glauben soll.

Ich sehe eure Universitäten und glaube euch nicht mehr. Ich sehe eure Kriege und glaube euch nicht mehr.

Ich sehe eure Städte und glaube euch nicht mehr.

Ich sehe euer Gold und glaube euch nicht mehr.

Ich glaube eurem Lachen nicht mehr.

Ich glaube eurer Arbeitsmoral nicht mehr.

Ich glaube euren gesellschaftlichen Stellungen nicht mehr.

Ich glaube eurer Bildung nicht mehr.

Ich glaube euren Grenzen nicht mehr.

Ich glaube euren kindlichen Ängsten nicht mehr.

Ich glaube euch nicht mehr.

All euren Worten glaube ich nicht mehr.

All euren Vorurteilen glaube ich nicht.

Eurem Verständnis glaube ich nicht.

Ich habe Angst etwas zu verpassen, doch verpasse ich nichts.

Ich glaube euch nicht mehr.

Ich habe Angst vor der Leere, doch womit soll ich sie füllen? Mit eurem Gold?

Ich glaube euch nicht mehr.

Da das Leben schön ist, glaube ich euch nicht mehr.

 

Aus: Johanns Gedanken und Träume